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Blick hinter die Kulissen Teil 2 – Was befindet sich unter dem Sattel

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Strukturen und Geweben, die unmittelbar vom Sattel betroffen sind. Hierbei kann man im Umfang eines Artikels nur ein Einblick geben. Die einzelnen Teile eines Organismus müssen immer im Hinblick auf das große Ganze betrachtet werden. Jede Struktur steht in Zusammenarbeit mit anderen und dadurch entstehen Wechselwirkungen, die sich auf den gesamten Organismus ausweiten.
Für Leser, die “Blick hinter die Kulissen – Teil 1” schon gelesen haben, könnten Wiederholungen in den Erklärungen auftauchen – ich möchte gewährleisten, dass beide Artikel und die Zusammenhänge im Körper unabhängig voneinander verstanden werden können.

Knochen

Knochen

Knochen sind die festesten Bestandteile unseres Körpers und bilden das Grundgerüst. Im Bezug auf den Sattel liegt hier das Hauptaugenmerk auf den Wirbeln der Brust- und Lendenwirbelsäule, den Rippen und der Schulter.

Wirbel

Die Brustwirbelsäule des Pferdes besteht aus 18 Brustwirbeln. Die Dornfortsätze dieser Wirbel können im Bereich des Widerrists bei einem Großpferd bis zu 30 cm lang werden. Durch das Aufsteigen ohne Aufstiegshilfe und die damit verbundene einseitige Lasteinwirkung kommt es über die Dornfortsätze zu starken Hebelwirkungen auf die Wirbel und umliegenden Gewebe. Dies äußert sich häufig darin, dass die betroffenen Pferde beim Aufsteigen nicht stehen bleiben ( können! ). Nicht selten kommt es in diesem Bereich, unter anderem auch durch muskuläre Verspannungen zu Blockaden, eingeschränkter Bewegung und damit verbundenen Schmerzen.
Mit dem letzten Brustwirbel ist auch die berühmte “letzte Rippe” verbunden. Dieser Bereich bildet den Anschlusspunkt für die potentielle Auflagefläche des Sattels. Aber wieso eigentlich?
Hinter dem 18. Brustwirbel beginnt die Lendenwirbelsäule, bestehend aus 6 Wirbeln. Dieser Bereich ist bei weitem nicht mehr so tragfähig wie der Brustwirbelbereich, da ihm sie statische Unterstützung der Rippen fehlt.

Rippen ( 8 echte, 10 Atmungsrippen)

Bei den Rippen unterscheidet man sogenannte “echte” von “falschen” Rippen. Die “echten” Rippen sind die ersten 8, die oben knorpelig mit den Wirbelkörpern und unten mit dem Brustbein verwachsen sind.

Die “falschen” Rippen sind die sogenannten Atmungsrippen. Diese Rippen sind nur knorpelig mit den Wirbelkörpern verbunden, somit ermöglichen sie eine Erweiterung des Brustkorbes während des Einatmens.

Die Rippen bilden eine gute Auflagefläche und haben ebenfalls eine stoßdämpfende Wirkung. Sie ermöglichen dem Reiter einen gewissen Sitzkomfort und Erleichtern der Rückenmuskulatur des Pferdes die korrekte Arbeitsfähigkeit.

Die echten Rippen sind mit dem Brustbein verwachsen und haben daher eine statische Aufgabe für den Rumpf des Pferdes. Aufgrund dieser Stabilität ist es möglich den Sattelgurt in dieser Region zu platzieren, genau genommen eine Handbreit hinter dem Ellenbogen. Die Stabilisierung des Brustkorbes hat allerdings auch den Effekt, dass die Fähigkeit zur Biegung in diesem Bereich minimal ist.

Schulter

Die Schulter besteht aus zwei Teilen, einem knöchernen Schulterblatt und einem darüber befindlichen halbmondförmigen Knorpel. Durch Bewegungseinschränkung kann es zu Verknöcherung des Knorpels führen. Eine Verknöcherung ist irreversibel und kann daher eine dauerhafte Schiefe im Pferd erzeugen.

 

Nerven

Nerven bestehen aus Zellen die auf die Weiterleitung von Reizen spezialisiert sind. Über diese Reizleitungsbahnen können Muskeln zur Arbeit angeregt (innerviert) werden.
Sind Nerven gestört entstehen sehr unangenehme Taubheitsgefühle oder bei Überreizung auch unerwünschte Reaktionen. Wird ein Nerv nachhaltig geschädigt, so dass er seine Funktion im Bereich der Muskelinnervation nicht mehr erfüllen kann, atrophiert die Muskulatur. Es erfolgen, vereinfacht gesagt, keine “Arbeitsanweisungen” mehr an den Muskel und er stellt daher die Arbeit weitestgehend ein und wird nicht weiter trainiert.

Weiterführend sind Nervenbahnen auch im Bereich der TCM und der Akupunktur ausschlaggebende Hilfsmittel um mit den Organen kommunizieren zu können. Beispielsweise liegen unter dem Sattel ein Teil des Blasenmeridians, auf dem sich unter anderem die sogenannten Shu-Punkte befinden. Diese Punkte dienen dazu mögliche Probleme in Organen festzustellen, sie werden auch als Zustimmungpunkte bezeichnet. Drückt nun ein schlecht sitzender Sattel immer wieder auf einen oder mehrere dieser Punkte, kann das durch ungewollte Akupressur dieses Punktes zu unerwarteten Problemen führen.

Muskeln

Muskeln

M. serratus ventralis – “Sägemuskulatur”

Diese Muskelgruppe dient der Stabilisierung des Rumpfes zwischen den Schulterblättern, die beispielsweise bei der Landung nach Sprüngen stark beansprucht wird.

M. brachiocephalicus – “Arm-Kopf-Muskel”

Dieser Muskel dient dazu, das Vorderbein nach vorn zu führen.

M. intercostal – “Zwischenrippenmuskeln”

Diese Muskelgruppe dient der Stabilisierung und hat Einfluss auf die Atmung. Bei Verspannungen kann es hier zu Einschränkungen der Atemfähigkeit durch Blockierung der Ausweitung des Brustkorbes kommen.

M. rectus abdominis – “gerader Bauchmuskel”

Der gerade Bauchmuskel ist ein Bewegungs- und Haltemuskel. Er trägt die Eingeweide und ermöglicht es der Rückenmuskulatur sich frei zu bewegen.
Ist der Bauchmuskel nicht entsprechend trainiert, so kann der Rückenmuskel nicht wie gewünscht arbeiten.

M. trapezius – “Trapezmuskel”

Dieser Muskel wird vom selben Nerv innerviert wie der M. brachiocephalicus. Er ist zuständig für die Bewegung der Schulter, das Feststellen des Schulterblattes und ist auch in der Lage dieses leicht anzuheben.
Muskuläre Dysfunktionen können zur eingeschränkten Beweglichkeit der Vorhand führen.

M. latissimus dorsi – “breiter Rückenmuskel”

Der M. latissimus dorsi ist eng mit M. serratus ventralis verbunden. Er ist verantwortlich für das zurückziehen der Vordergliedmaße und beugt das Buggelenk. Weiterhin verhindert er ein zu starkes Aufbiegen der Wirbelsäule bei starkem Zug auf diese.

M. pectorales – “Brustmuskel”

Der M.pectorales ist ein sehr kräftiger Muskel, der die Unterseite des Brustkorbes mit dem Oberarm, der Schulter und dem Unterarm verbindet. Wird dieser Muskel in seiner Funktion eingeschränkt, zum Beispiel zu einen zu engen Sattelgurt, kann das unter anderem eine starke Blockierung der Vorhand zur Folge haben.

 

Nackenband

Das Nackenband setzt sich aus der Nackenplatte, dem Nackenband und dem Nackenrückenband zusammen und führt vom Hinterhauptsbein (Occiput) über den Widerrist zum Kreuzbein. Es erreicht seine maximale Dehnung auf Höhe des Buggelenks.
Das Nackenband ist wichtig, da es die Muskulatur entlastet indem es das Pferd während der 14-16h Fresszeit ohne Muskelkraft in das Stabilisation unterstützt.

Wird das Nackenband blockiert, wird eine optimale Bewegung des Pferdes verhindert.

 

Faszien

Faszien sind Strukturen die unter anderem Muskeln, Muskelgruppen oder ganze Körperpartien umgeben. Sie sorgen dafür, dass die Muskulatur ungehindert arbeiten kann, indem sie Muskelbündel stabilisieren und dienen dazu, dass sie gleichzeitig arbeitende Muskulatur nicht gegenseitig behindert. Faszien haben auch Anteil am Transport von Lymphe durch den Körper. Kommt es durch Verspannungen zum Stau der Lymphe können Faszien verkleben und damit die Bewegung einschränken.
Faszien können durch unphysiologische Belastung geschädigt werden, dadurch können darunter liegende Muskeln verkleben und in ihrer Funktionalität stark einschränken.
Weiterhin nehmen auch psychische Faktoren Einfluss auf unsere Faszien. Stress sorgt dafür, dass sich die Beschaffenheit der Faszien verändert, die elastischen Teile werden durch wesentlich weniger elastisches Kollagen ersetzt. Die Faszien werden dadurch starrer und die Bewegungsfähigkeit wird behindert.

 

Organe

Organe

Lunge

Die Lunge ist dafür verantwortlich Sauerstoff in den Körper und Kohlenstoffdioxid aus dem Körper heraus zu transportieren. Durch muskuläre Blockaden oder zu enge Gurte, kann das Atemvolumen des Pferdes eingeschränkt werden.

Herz

Das Herz ist das Zentrum für den Transport des Blutes durch den Körper. Mit Hilfe des Sauerstoffes und der Nährstoffe im Blut werden alle Zellen des Körpers ausreichend versorgt.

Niere – Entgiftungsorgan und Ovarien – Eierstöcke

In unmittelbarer Nähe der Sattelauflagefläche liegen auch die Nieren des Pferdes und bei den Stuten zusätzlich die Ovarien.
Die Niere ist ein wichtiges Organ zur Entgiftung und kann auch schon durch dauerhaft festgehaltene Muskulatur in ihrer unmittelbaren Umgebung in ihrer Arbeit eingeschränkt werden. Weiterhin kann sie Traumata durch zu lange Sättel und zu schwere Reiter erleiden.
Die Nähe der Ovarien ist bei Stuten vor allem in der Zeit der Rosse interessant. In dieser Zeit kann es durch Beschwerden zu Schwierigkeiten in der Rittigkeit kommen.

Blutgefäße

Blutgefäße ziehen sich wie ein Netzwerk durch den ganzen Körper, sie sorgen dafür unsere Zellen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, unter anderem wird Sauerstoff zu den Zellen und Kohlenstoffdioxid von den Zellen weg transportiert.
Eine eingeschränkte Sauerstoffversorgung der Muskulatur kann zu ungünstigem Abbau der Fettreserven und Stoffwechselstörungen führen.
Stress, Atmungsprobleme und Verspannungen sorgen für eine schlechte Versorgung und verengte Gefäße.
Werden die Abfallprodukte des Stoffwechsels nicht korrekt abtransportiert, können sie sich in wichtigen Nervenschaltzellen ablagern und durch die entstehenden Schmerzen zur weiteren Verspannungen führen.

 

Lage des Sattels

Zum Abschluss noch einmal die wichtigsten Punkte, die beim Satteln bzw. bei der Überprüfung des Sattels berücksichtigt werden müssen.

(1) Der Sattel liegt hinter Schulter und endet vor der letzten Rippe. Ist der Sattel zu lang, kann es zu Blockaden und falscher Belastung der Lendenwirbelsäule kommen. Liegt der Sattel zu weit vorn, wird die Bewegung der Schulter blockiert.
(2) Die Kammerweite ist für das Pferd angepasst und über dem Widerrist müssen 2-3 übereinander liegende Finger in die Kammer passen.
(3) Der Kissenkanal (Wirbelkanal) ist nicht zu eng, die Dornfortsätze werden nicht in ihrer Bewegung behindert
(4) Die Handprobe: Sowohl vorn als auch hinten muss eine flache Hand unter den  Sattelkissen schiebbar sein, ohne Pressdruck. Das bedeutet, die Hand darf inklusive Reitergewicht nicht gequetscht werden und muss herausgezogen werden können.

 

 

Blick hinter die Kulissen Teil 1 – Was befindet sich unter dem Zaum?

Ich möchte in diesem Artikel darauf eingehen, welche Strukturen und Gewebe sich am Pferdekopf befinden und damit von Zäumen beeinflusst werden könnten. Hierbei möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier nur auf die wichtigsten Strukturen eingehen möchte und daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe.
In meinen Darstellungen habe ich mich für das englische kombinierte Reithalfter entschieden, da es meiner Meinung nach einfacher ist sich Riemen weg zu denken als hinzu. Andere Zäume können natürlich abweichen.

Weiterhin bitte ich meine Leser immer im Hinterkopf zu behalten, dass alle Strukturen miteinander interagieren. Die einen mehr, die anderen weniger, aber es handelt sich um einen Organismus mit dem wir uns befassen.

Knochen und Gelenke

Knochen sind die unflexibelsten Strukturen im Körper und bilden damit das Grundgerüst. Zwischen den einzelnen Knochen gibt es unterschiedliche Verbindungsstrukturen. Bewegliche Verbindungen zwischen zwei oder mehr Knochen wird als Gelenk bezeichnet.
Am Pferdekopf finden sich die folgenden wichtigen Knochen und Gelenke, auf die ich eingehen möchte:

Auf diesem Bild sind die wichtigen knöchernen Strukturen des Schädels (mit und ohne Zaum) zu sehen. Atlas und Axis – erster und zweiter Halswirbel. Der Schädel mit dem Oberkiefer, Zähnen und dem Nasenbein. Der Unterkiefer mit den zugehörigen Zähnen.

Atlas und Axis

Atlas, der erste und Axis, der zweite Halswirbel stellen die knöcherne Verbindung des Schädels mit der Wirbelsäule dar. Durch muskuläre Verspannungen, Zahnprobleme, Blockaden,Schmerzen und damit verbundene Schonhaltungen oder andere Einflüsse, können diese beiden Wirbel blockieren. Eine solche Blockade wirkt sich wiederum auf die Funktionsfähigkeit der Halswirbelsäule und damit nachgelagert auch auf den gesamten Bewegungsapparat aus.

Nasenbein

Bei den meisten Säugetieren so auch bei den Pferden, ragt das Nasenbein nach vorn am Schädel heraus. Dadurch kann es durch Einwirkungen von außen leicht zu Frakturen kommen. Ein zu fest verschnallter Nasen- bzw. Sperriemen drückt dauerhaft auf das Nasenbein und durch Hebelwirkungen bestimmter Zäumungen auf diesen Knochen kann es auch zum Nasenbeinbruch kommen.

Zungenbein

Das Zungenbein ist gelenkig mit dem Schädel verbunden und befindet sich zwischen den beiden Unterkieferästen. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Knochen der aber durch muskuläre Verbindungen in enger Beziehung zum Unterkiefer, der Schulter und dem Brustbein steht. Blockaden des Zungenbeins können durch eine harte Reiterhand, Blockaden im Kiefergelenk, Blockaden in Atlas/Axis aber auch bei ruckartigen Bewegungen der Zunge im Pferdemaul bei Zahnbehandlungen.

Unterkiefer/ Kiefergelenk

Der Unterkiefer ist über das Kiefergelenk mit dem Oberkiefer gekoppelt. In Ober- und Unterkiefer befinden sich die Zähne. Über das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur wird es möglich die Mahlbewegung beim Kauen zu realisieren. Gibt es Blockaden im Kiefergelenk, kann diese Bewegung nicht mehr ideal ausgeführt werden und es kann zu Zahnproblemen kommen, die eine andauernde Blockade des Kiefergelenks verursachen. Genauso können natürlich auch Zahnprobleme zu solchen Blockaden führen.

Zähne

Die Zähne des Pferdes sollten wie beim Menschen einmal jährlich kontrolliert werden, um Problemen vorzubeugen oder entstandene Probleme so gut wie möglich zu beseitigen. Zahnprobleme können zu starken Schmerzen, zu verminderter Futteraufnahme und zu Blockaden des Kiefergelenks, Zungenbeins und weiterer Gelenke führen, da die Pferde Schonhaltungen einnehmen um dem Schmerz zu entgehen.

Nerven

Ein Nerv ist ein Verbund von spezialisierten Zellen, den Nervenzellen. Diese Zellen sind dafür da um im Körper Informationen zu empfangen und weiterzuleiten bis zum Empfänger. Werden Nervenbahnen zerstört, herrscht im betroffenen Gebiet Taubheit und es können keine Informationen mehr weitergeleitet werden. Wird ein Nerv nicht vollständig zerstört, aber erhält einen Schaden, so kommt es auch zu Einschränkungen in der Reiz- (Informations-) Übertragung. Beispielsweise sind die Nerven auch dafür zuständig Muskeln die Information zur übermitteln, dass eine bestimmte Bewegung ausgeführt werden soll. Vier wichtige Kopfnerven des Pferdes werden hier betrachtet:

Diese Darstellung zeigt die wichtigsten Nervenausläufer am Kopf des Pferdes ( mit und ohne Zaum ). Der Nerv der in Höhe des ersten Halswirbels angedeutet ist, ist der Nervus Vagus. Die Nerven in der Mitte des Kopfes werden von oben nach unten wie folgt benannt: Nervus Infraorbitalis, Nervus Fascialis und Nervus Mentalis.

Nervus infraorbitalis

Dieser Nerv versorgt die Zähne des Oberkiefers, die Haut der Oberlippe und das untere Augenlid sensibel.

Nervus fascialis

Der Nervus fascialis ist für die Steuerung der Mimik des Pferdes verantwortlich.

Nervus vagus

Der Nervus vagus ist für Kopf, Hals, Bauch, Brust und die inneren Organe zuständig.

Nervus mentalis ( Nervus mandiularis)

Der Nervus mentalis ist ein Ast des Nervus mandibularis ( Unterkiefernerv), der die Unterlippe und das Kinn sensibel versorgt.

Beim Ausfall von Nervenbahnen kommt es wie schon erwähnt zu Lähmungserscheinungen. Beispielweise wird das Headshaking Syndrom in vielen Fällen auf eine Nervenstörung zurück geführt. Die oberen Nerven habe ich mit ihren groben Funktionen aufgeführt, damit man sich zu diesem Thema einmal inne halten kann und überlegen was passiert, wenn solche Nerven Lähmungserscheinungen bekommen.

Drüsen und Lymphknoten

Eine Drüse ist ein kleines Organ, welches Sekrete bildet und ausscheidet, die der Körper zur Realisierung seiner Funktionen benötigt. In der Nähe der großen Drüsen befinden sich auch Lymphknoten. Diese Lymphknoten haben die Aufgabe die Lymphe ( Gewebsflüssigkeit ) zu filtern. Sie gehören zum Abwehrsystem des Körpers. Die Lymphe muss gefiltert werden, da sie neben Nährstoffen auch Abfallstoffe und Krankheitserreger transportiert. Am Kopf des Pferdes gibt es zwei größere Drüsen, die vom Zaum direkt beeinflusst werden können.

Diese Darstellung zeigt wichtige Drüsen des Pferdekopfes und Halses (mit und ohne Zaum). Die Kieferspeicheldrüse links im Unterkiefer. Die Ohrspeicheldrüse rechts von den Ohren bis in den Hals reichend. Und die Schilddrüse unterhalb der Ohrspeicheldrüse – diese Drüse wurde nur zu Lageveranschaulichungszwecken mit in die Darstellung aufgenommen.

Ohrspeicheldrüse/ Kieferspeicheldrüse

Werden diese Drüsen durch zu wenig Ganaschenfreiheit beim Reiten oder durch zu eng verschnallte Riemen gequetscht, kommt es zu einer Unterproduktion von Speichel. Dieser Speichel wird allerdings benötigt und wichtige Verdauungsschritte vollziehen zu können. Die Nahrung kann schlechter verdaut werden und es kann weiterhin zur Bildung von Magengeschwüren kommen.

Lymphknoten

Die Funktion der Lymphknoten und der Lymphe habe ich ja bereits kurz beschrieben. Wenn nun die Lymphknoten und die Lymphbahnen gestört sind, kommt es so genannten Lymphödemen, also Ansammlungen von Lymphe. Diese Ödeme finden man im Bezug auf die oben genannten Drüsen typischerweise hinter den Ganaschen oder zwischen den beiden Unterkieferästen.

Blutgefäße

Das Blut ist unser “Lebenssaft”. Es transportiert Nährstoffe und Sauerstoff zu allen Zellen und nimmt das Kohlenstoffdioxid von ihnen mit um es abzutransportieren.
Der Kopf des Pferdes ist von vielen Blutgefäßen durchzogen. Werden einige davon gequetscht, so entsteht im Versorgungsgebiet dieser Gefäße eine Nährstoffunterversorgung der Zellen.

Diese Darstellung zeigt wichtige Blutgefäße am Kopf des Pferdes, mit und ohne Zaum.

Muskeln

Muskeln sind Organsysteme die es ermöglichen durch Kontraktion (Anspannen) und Relaxation (Entspannen) Strukturen des Körpers zu bewegen. Am Pferdekopf befinden sich vier wichtige Muskeltypen, die durch die Auswirkungen eines Zaums beeinflusst werden können.
Verspannungen der Muskulatur können durch einseitige Belastung, Überlastung, Blockaden und unter anderem auch durch Stress entstehen.

Die Darstellung zeigt wichtige muskuläre Strukturen im Bereich des Pferdekopfes (mit und ohne Zaum). Auf der Stirn des Pferdes befindet sich der M. Temporalis. Auf Höhe des Unterkiefers befindet sich der M. Masseter. Am Hals vom Unterkiefer abwärts befindet sich der M. Sternomandibularis. Vom Genick abwärts befindet sich der M. Brachiocephalicus.

Temporalis / Masseter

Diese beiden Muskeln gehören zur Kaumuskulatur und sind weitestgehend für das Schließen des Kiefers verantwortlich. Bei zu eng geschnallten Riemen oder starken Verspannungen dieser Muskulatur durch andere Faktoren, kommt es zu Problemen beim Ausführen der korrekten Kaubewegung, damit verbunden auch der Speichelproduktion, die durch selbige Bewegung angeregt wird.

Sternomandibularis

Der Sternomandibularis verbindet seinem Namen entsprechen des Sternum ( Brustbein ) mit der Mandibula ( Unterkiefer ). Ist dieser Muskel zu stark beansprucht durch falsche Reitweise oder ähnliches, entsteht der typische Unterhals. Starke Verspannungen dieser Muskulatur haben Auswirkungen auf Brustbein, Unterkiefer und nachgelagert auch auf die daran angefügten Strukturen.

Brachiocephalicus

Dieser Muskel verbindet den Oberarm mit dem Kopf. Einseitige Belastungen oder auch Verspannungen, haben wiederum Auswirkungen auf Kopf, Oberarm, Schulter und die nachgelagerten Strukturen.

Luft- und Speiseröhre

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Die Darstellung deutet die Lage der Luft und Speiseröhre an. Beide sind untereinander angedeutet, da sie sich nebeneinander befinden. Die ringförmige Struktur stellt die Luftröhre, die glatte die Speiseröhre dar.

Luft und Speiseröhre liegen beim Pferd nebeneinander im unteren viertel des Halses unterhalb der Halswirbelsäule. Vom Zaum direkt sind die beiden nicht direkt beeinflusst, aber durch das Reiten hinter der Senkrechten. Die Speiseröhre ist davon aufgrund ihrer Beschaffenheit weniger belastet. Die Luftröhre wird allerdings durch sogenannte Knorpelspangen stabilisiert, damit sie auch beim einatmen nicht zusammenfällt. Aufgrund dieses Konstrukts ist es möglich die Luftröhre beim Reiter hinter der Senkrechten zu quetschen, so dass den Pferden das atmen deutlich erschwert wird bis nahe zu verhindert wird.

Wie spielen die Strukturen zusammen?

Ich möchte das an dieser Stelle so formulieren:
Die Knochen bilden das Blut und stabilisieren als Grundgerüst den Körper. Das Blut transportiert wichtige Nährstoffe und Sauerstoff in alle Zellen und nimmt das ihr gebildetes Kohlenstoffdioxid mit in die Lunge zum Abtransport über die Atemwege. Die Atemwege dienen weiterhin dazu neuen Sauerstoff für das Blut und damit dem gesamten Organismus bereitzustellen.
Die Nervenzellen innervieren die Muskulatur sich zu kontrahieren, wodurch es unter anderem auch zur Bewegung von Gelenken und damit zur Bewegung der Knochen kommt.
Die Drüsen dienen dem Ablauf von vielseitigen Prozessen im Körper, hier beispielsweise der Unterstützung der Verdauung durch Speichelproduktion.

Es handelt sich hierbei um einen komplexen Funktionskreislauf, den wir versuchen sollten mit unseren Zäumen, Sätteln und der Reiterei so wenig wie möglich zu stören.

Ein Rädchen greift ins andere – ganzheitliche Therapie

Ganzheitliche Therapie

Für mich bedeutet ganzheitliche Therapie, dass für die Anamnese und für die anschließende Wahl der Therapie im wesentlichen drei große Felder in Augenschein genommen werden sollten: der Körper, die Psyche und das Umfeld.

Bei ganzheitlicher Therapie greift symbolisch gesprochen “ein Rädchen ins andere”. Alles bedingt sich gegenseitig und wir müssen als Therapeuten die Zusammenhänge erkennen und darauf basierend den Therapieansatz  auswählen.

Körper

Beim Körper werden alle physisch auftretenden unphysiologischen Merkmale aufgenommen.
Dabei ist nicht nur der jetzige Zustand zu betrachten, sondern auch Verletzungen oder organische Probleme aus der Vergangenheit zu berücksichtigen.

Psyche

Die Psyche ist bei Tieren schwer einzuschätzen, da sie sich meist für uns Menschen nicht klar zeigt. Dennoch ist es aufmerksamen Beobachtern möglich Auffälligkeiten und Veränderungen in der Psyche eines Tieres wahrzunehmen und zu formulieren.
Für die Behandlung werden auch hier alle Auffälligkeiten und Veränderungen mit hinzugezogen.

Umfeld

Das Umfeld ist ebenfalls ein entscheidender Faktor und Bedarf genauer Beobachtung. Zum Umfeld zählen für mich Dinge wie Stallhygiene, Haltungsbedingungen und Fütterung.
Allerdings zählen auch der Tierbesitzer, die Pfleger, Stimmung in der Herde und auch die allgemeine Stimmung am Stall eine wichtige Rolle.
Neben falscher Fütterung, mangelhaften Haltungsbedingungen oder anderen Faktoren kann sich auch Stress  in Krankheiten widerspiegeln.

 

Ein Beispiel – Indira

Indira ist mein zweites Pferd. Ich habe sie im August 2017 gekauft und bin kurz darauf mit ihr und meinem ersten Pferd Chiquita ins schöne Hessen umgezogen. Kurz bevor ich und ihr damaliger Besitzer entschieden, dass sie mit mir nach Hessen kommt, habe ich sie das erste mal behandelt.
Sie wies Bewegungsschwierigkeiten auf und war damit und durch ihre mangelnde Muskulatur mit dem Reiter überfordert. Weiterhin war ihr Ernährungszustand verbesserungswürdig und ihr Blick war sehr stumpf.

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Am Tag der ersten Behandlung. – Kurz vor dem Kauf.

Im Folgenden möchte ich an ihrem Beispiel den ganzheitlichen Therapieansatz aufzeigen. Sie hat mich bisher viel gelehrt, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

 

Umfeld

Das Umfeld war auch bei Indira ein entscheidender Faktor. Als ich sie gekauft habe stand sie mit meinem Pferd Chiquita und acht weiteren Pferden in einer Herde.
Gesellschaft ist für Pferde sehr wichtig, aber für alte Pferde kann zu viel Trubel schnell sehr stressig werden.
Nach dem Kauf von Indira zogen beide Pferde mit mir zusammen um und teilen sich nun zu zweit einen großzügigen Paddock mit zwei Unterständen und einer Weide für den Sommer.
Pferde kompensieren sehr kalte Temperaturen mit vermehrtem Fressen. Stimmt die Qualität des Winterfells nicht – ist es beispielsweise nicht dicht genug – müssen sie noch mehr fressen um sich warm zu halten.
In Indiras Fall war die Winterfellqualität zu Anfang des Winters nicht optimal und der Ernährungszustand war mangelhaft. Daher bot es sich an sie bei ihrer Thermoregulation durch Eindecken zu unterstützen.

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Eindecken wegen mangelnder Thermoregulationsfähigkeit

Allerdings muss beim Eindecken immer beachtet werden, dass zu dünne Decken eher einen kontraproduktiven Effekt haben. Das Problem ist dann das folgende:
Die dünne Decke drückt aufgrund ihres Gewichts die Haare nach unten und verhindert damit die natürliche Wärmeisolation durch das Aufstellen der Haare, weiterhin ist die Decke dann allerdings zu dünn um diesen Effekt auszugleichen.

Ein wichtiger Akpekt bei alten Pferde ist das zunehmende Bedürfnis zu schlafen. Durch die zweier Konstellation und das ruhige Umfeld ist Indira immer in der Lage sich ohne Stress hinzulegen und zu schlafen. Dabei stehen häufig mein Pony oder sogar auch die Paddocknachbarin – wie hier im Bild – dabei und halten die Augen offen während sie schläft.

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Erhöhtes Schlafbedürfnis

Wichtig in Indiras Umfeld ist auch die Geborgenheit in der sie lebt. Ich bin sehr häufig bei meinen beiden Pferden und gebe mir große Mühe beiden die gleiche Aufmerksamkeit zu geben, damit keiner das Gefühl hat hinten anzustehen. Dabei respektiere ich die Bedürfnisse der beiden, da sie charakterlich einige Unterschiede aufweisen.
Neben meiner Pflege und Arbeit mit ihr, hat Chiquita hier auch einen großen Teil zur Verbesserung von Indiras Zustand beigetragen. Sie ist eine wahre Freundin – wie man sie in Zeiten braucht in denen man nicht gut dran ist.

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Ein entspanntes Verhältnis in der Gruppe

Sie lässt ihr ihre Ruhe, wenn sie sie braucht, aber stachelt das ältere Mädchen auch ab und zu mal an mit raus an die frische Luft zu gehen oder sich wieder an gegenseitiger Fellpflege und ähnlichem zu beteiligen. Indira konnte es sehr lange nicht aushalten, wenn Chiquita sie kraulen wollte oder ihr zu nahe kam. Mittlerweile haben wir es im Teamwork geschafft, dass sie schon kleine Krauleinheiten zulassen und genießen kann.

So oft mein Pony seine schwarze Freundin auch manchmal ärgert. Wenn es hart auf hart kommt, stellt sie sich vor sie und passt auf dass Indira nichts passiert. Wie schon gesagt, eine echte Freundin für harte Zeiten. Und wie wahre Freunde teilt auch Chiquita Indira ab und zu ein symbolisches “stell dich nicht so an” mit, das sie ein ganzes Stück aus der Lethargie zurück geholt hat.

 

Hufe

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Einblutungen im Huf

Indiras Hufe waren zum Zeitpunkt des Kaufs nicht im optimalen Zustand.
Während der ersten Bearbeitung fielen zu lange Zehen und zu enge untergeschobene Trachten auf. Weiterhin konnten Einblutungen in der Sohle und Hufgeschwüre gefunden werden.
Durch regelmäßige Hufbearbeitung des Barhufes sind heute keine Einblutungen mehr zu sehen und bisher sind keine neuen Hufgeschwüre aufgeflammt. Die Zehen und Trachten werden regelmäßig bearbeitet und damit Stück für Stück korrigiert.

 

Zähne

Zu Anfang kaute Indira “Röllchen”, damit ist gemeint, dass sie bereits gekaute Heurollen wieder ausspuckte, da sie sie nicht richtig weiter kauen konnte.
Ich bestellte einen Zahnarzt und kurz vor dem Termin brach sogar einer der Zähne raus.

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Herausgebrochener Backenzahn

Bis dahin hieß es noch, ich hätte ein 16 jähiges Pferd vor mir (wenn man dem Pass glauben schenkt), allerdings war das schon vorher etwas in Zweifel geraten. Anhand des ausgefallenen Zahns und der anschließenden Untersuchungen wurde klar, dass mein Mädchen schon um die 24 Jahre alt ist. Da der Zahn nicht sauber ausgefallen war und noch ein Stück im Maul war, war ein Klinikbesuch fällig, der aufklärte warum sie so schlecht kauen konnte. Ihr wurden noch zwei weitere Zähne gezogen, von denen der ein jahrelanger Entzündungsherd gewesen sein musste.

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Zahnbehandlung

Seit der OP kaut sie nur noch sehr selten “Röllchen” (1-2 x im Monat ein Röllchen), diese lassen sich aber auf die zahlreichen Zahnlücken zurück führen die sie im Maul hat.
Aufgrund des Alters war der Heilungsprozess etwas verzögert, aber mittlerweile ist alles gut verheilt.

Futterumstellung

Indiras alter Speiseplan bestand aus Gras bzw. Heu (im Winter) ad libitum, gelegentlichen Gaben von Mineralfutter und großen Mengen Brot.
Ich habe ihre Ernährung umgestellt auf Heucobs, Heu ad libitum und tägliche Gabe von Mineralfutter und Ölsaaten. Dazu kommen je nach Bedarf Kräuter oder andere ausgewählte Zusätze.
Das Thema Fütterung werde ich in anderen Blog-Artikeln näher beleuchten und werde mich hier auf die Aussage beschränken, dass die Futterumstellung notwendig war.

 

Wundversorgung und Narbenbehandlung

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Entzündetes Areal am Mähnenkamm

Seit sie bei mir war, kamen immer mal wieder kleinere und größere Hautirritationen zum Vorschein. Diese wurden je nach Bedarf  homöopathisch und durch Spülungen mit  Calendula und kolloidalem Silber behandelt.
Ein großes Thema bei ihr waren und sind Narben, die regelmäßig entstört und versorgt werden müssen um sie so durchlässig und geschmeidig wie möglich zu halten.

 

Akupunktur und Meridiantherapie

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Akupunktur im Bereich des Mähnenkamms

Durch Akupunktur und Meridiantherapie habe ich alte Blockaden im Fluss der Energieleitbahnen des Körpers aufgelöst und damit physische und psychische Heilungsprozesse in Gang gesetzt.
Unter anderem werden die Meridiane auch von Narben immer wieder gestört sein und darum müssen diese Behandlungen bei Bedarf wiederholt werden.

 

Farblichttherapie

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Farblichttherapie

Die Farblichttherapie habe ich immer wieder unterstützend mit hinzugezogen. Es handelt sich hierbei um eine sehr sanfte Therapiemethode, da sie aus Abstand mit Hilfe von farbigem Licht durchgeführten lässt. Ich konnte sie unter anderem sehr gut bei Beschwerden im Kiefer (vorallem vor der Zahn-OP) und bei der Entstörung von Narben verwenden.

 

Massagen und Faszienbehandlung

Aufgrund zu starker und fehlerhafter Belastungen des Bewegungsapparates, sowie angespannter flacher Atmung kommt es bei Indira immer wieder zu Verspannungen der Muskulatur bzw. zu Verklebungen im Faszialensystem.
Durch regelmäßige Massagen und Faszienlösungen wurde die Bewegung erleichtert und es konnten alte/falsche Bewegungsmuster dezimiert werden.
Speziell die regelmäßige Massage der Zwischenrippenmuskulatur äußerte sich in einer deutlichen Verbesserung der Atmung.

 

Homöopathie

Homöopathisch habe ich Indira bisher durch eine Konstitutionstherapie unterstützt, die sich über deutliche Verbesserung der Fellbeschaffenheit und des Bewegungsapparates gezeigt hat.
Weiterhin erhielt sie homöopathische Unterstützung während des Heilungsprozesses der Wunden nach der Zahnextraktion eines Vorderzahns im Unterkiefer.

 

Körperwahrnehmung und Bewegungstherapie

Bewegung ist wichtig, um den Kreislauf in Gang zu halten und die Muskulatur aufzubauen bzw. aufrecht zu erhalten.

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Wahrnehmungsschulung mittels Körperbandagen

Im Fall von Indira war die Muskulatur nicht mehr sehr gut ausgeprägt und die Bewegungsmuster waren unrein im Takt. Sie hatte sehr große Schwierigkeiten in Wendungen und allgemein beim Ausbalancieren. Um ihr wieder ein besseres Gefühl zu geben nahm ich mir die Wahrnehmungsschulung mittels Körperbandagen zur Hilfe, dadurch bekommt das Pferd sanfte Impulse, die ihm helfen zurück zum korrekten Bewegungsbild zu finden.

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Bewegungstherapie durch freies Arbeiten in ruhigem Tempo

Das weitere Training im ersten halben Jahr bestand für Indira aus Bewegung in Freiarbeit, wobei ich auf ruhiges Tempo achtete und die Aufgaben an ihre Tagesform und allgemeine Kondition und Konstitution anpasste.
Durch gelegentliche Spaziergänge habe ich versucht Abwechslung für sie zu schaffen.
Seit kurzer Zeit ist sie in der Lage ruhig zu galoppieren und wir haben mit leichter Stangenarbeit begonnen.

Zustand März 2018:

In Indiras Leben hat sich einiges geändert. Sie ist nun ein fester Bestandteil meiner kleinen Pferdeherde und bekommt jeden Tag (mit wenigen Ausnahmen) meine Aufmerksamkeit. Der Glanz ist in ihre Augen zurück gekehrt und sie ist viel interessierter an ihrer Umgebung.
Ihr Fressverhalten ist deutlich besser geworden und ihr Futterzustand hat sich bereits verbessert.
Ihre Muskulatur baut sich langsam auf und man sieht deutlich, dass ihr Bewegung wieder leichter fällt (sogar kleine Freudensprünge sind schon zu sehen).
Wir werden stetig weiter arbeiten und ich hoffe auf noch ein paar schöne Jahre mit ihr an meiner Seite.

Zustand sechs Monate nach dem Kauf